6. Newsletter Dez. 2012

Förderverein Technische Bildung
Newsletter

Ausgabe:  6-2012   8. Dezember 2012

Herausgeber: Förderverein Technische Bildung  http://www.werken.at

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Themenübersicht

1. Editorial
2. Zum Nachdenken – Halos persönliche Meinung
3. Schülerwettbewerb „jetzt teste ich“
4. Gedanken zum Lernen
5. Fundstücke
6. Vom Selbermachen und Reparieren
7.  Fortbildungsveranstaltungen
8. Aktuelles aus http://tew.schule.at
9. Gesucht: TechnikerIn und RedakteurIn für den Newsletter und die Homepage
10. Unisex ist pfui!
11. Unterstützung einer wissenschaftlichen Arbeit

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1. Editorial

Das zusammengelegte Fach „Technisches und textiles Werken“ an der Neuen Mittelschule ist Gesetz und Fakt. Die Art des Zustandekommens, die Einführung ohne Berücksichtigung der fehlenden Rahmenbedingungen und die Reaktionen der Verantwortlichen auf aufgezeigte Probleme gibt Grund zum Nachdenken (siehe Punkt 2). Wettbewerbe und außerschulische Aktionen werden allerseits ausgerufen. Die Veranstalter beklagen die geringe Teilnahme. Es ist erfreulich, in den Forderungen vieler Lernforscher immer wieder die Prinzipien des Faches Technisches Werken wiedererkennen zu können. Die Fundstücke aus dem Web weisen in dieselbe Richtung. Einen Schwerpunkt des Newsletter bildet das Thema „Selbermachen und Reparieren“. Hoffentlich bleibt im neuen gemeinsamen Werkunterricht genug Zeit für dieses gesellschaftspolitische Anliegen der Nachhaltigkeit. Eine Liste von Fortbildungsveranstaltungen für Werklehrer ist beigefügt. Stundeneinsparer könnten an den Themen erkennen: „Ah, DAS ist Werken!“, bevor sie den nächsten Rückschritt verordnen. Im Web tut sich viel, unser Gegenstandsportal „Technisches Werken“ liefert Information und Anregung in Fülle. Weiterhin dringend gesucht: MitarbeiterInnen für unsere Vereinsarbeit, bitte melden! Das Wort „unisex“ ist „pfui“, wie ich nach dem letzten Editorial von Genderseite her gemaßregelt wurde. Und zuletzt bitten wir noch um Unterstützung einer wissenschaftlichen Arbeit zur Unterrichtspraxis zum Thema Fliegen (Achtung: letzter Termin 10.Dezember!)

Mag. Johannes Lhotka
Obmann des Fördervereines Technische Bildung
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2. Zum Nachdenken – Halos persönliche Meinung

Der Abschlusssatz aus dem Antwortschreiben des Ministeriums auf die Befürchtungen der Werklehrer über den quantitativen und qualitativen Verlust für den Werkunterricht wegen der Zusammenlegung an der NMS lautet: „Abschließend hoffe ich nun sehr, dass Sie mit mir die Einschätzung teilen, dass der Gewinn aus der Genderperspektive  und  der  Gewinn  eines  bisher  viel  zu  oft  abgewählten  Teiles  der Werkerziehung bei weitem die fachliche Reduzierung in einem Teilbereich der Werkerziehung kompensiert. Mit freundlichen Grüßen, Wien, 17. Februar 2012. Für die Bundesministerin: Dr. Helmut Bachmann“

Ich teilte diese Einschätzung nicht, sondern warnte gemeinsam mit vielen Kollegen vor den nicht geklärten Rahmenbedingungen. Technisches Werken ist nicht der Kampfplatz für Genderbemühungen (siehe Lehrplan). Technisches Werken ist das unabdingbare schulische Leitfach für unsere technisierte Gesellschaft und der notwendige Anker für die aus der Not überall sprießenden Förderinitiativen für technische Bildung. Laut  der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften  http://www.acatech.de (Momotech-Studie http://www.acatech.de/fileadmin/user_upload/Baumstruktur_nach_Website/Acatech/root/de/Publikationen/Sonstige/acatech_Berichtet-und-Empfiehlt_MoMoTech_WEB.pdf) können selbst mehr als 1000 Projekte zur Förderung des Technikinteresses ohne einen durchgängigen, qualitativen Technikunterricht an den Schulen dem Nachwuchsmangel in den technisch-naturwissenschaftlichen Berufen nicht wirksam begegnen. In Österreich wird der noch bestehende Technikunterricht marginalisiert und wird über kurz oder lang wegrationalisiert (Thema Flächenfächer).

Jetzt gibt es die ersten Fakten: Durch die Halbierung der für jede Sparte zur Verfügung stehenden Zeit kommt es zu einer überproportionalen Reduktion beider Inhalte. Es gibt keine für dieses gemeinsame Fach ausgebildeten Lehrer, ein daraus folgendes (vom Ministerium vorgeschlagenes) semesterweises Hintereinander oder eine Verschachtelung verhindert die Durchführung aufwändigerer Projekte und damit z.B. die Teilnahme an Wettbewerben. Fast alle bisher bekannt gewordenen Stundentafeln an NMS nützen die Möglichkeit zur schulautonomen Kürzung herunter auf bis zu 5 ½ Wochenstunden und weniger. Viele Kollegen sehen sich nicht in der Lage, die neue Kombination zu unterrichten, an manchen Schulen entfällt der Werkunterricht zur Gänze. Es gibt keine NMS mit „technischem“ Schwerpunkt mehr. Die „Zwangsverpflichtung“ uninteressierter und störender Jugendlicher wird von vielen KollegInnen als problematisch für den Unterricht empfunden. Die notwendige Mehrausstattung der Werksäle für die neuen Anforderungen ist „aus Budgetgründen nicht möglich“. Die Zusammenlegung kommt „selbstverständlich auch an AHS“ (ohne Evaluation der Erfahrungen in der NMS?) –  (O-Ton Ministerium).

Alles in Allem steht einer ungewissen möglichen Verbesserung im Genderbereich  eine massive qualitative Verschlechterung des textilen und des technischen Unterrichtes gegenüber. Diejenigen, die sich einer intensiven Qualitätsoffensive der beiden unterschiedlichen Sparten verschrieben hatten, müssen jetzt ihre  ganze Zeit und Kraft auf das Abwehren der vielen negativen Folgen der Zusammenlegung verwenden. Von der Genderseite kommt dabei keine Unterstützung.

Gemeinsam müssen wir nun die „unerwünschten Nebenwirkungen“ dieser Medizin in den Griff bekommen. Für die Zukunft des gemeinsamen Unterrichtes brauchen wir Vorbildprojekte, wie sie für den textilen und den technischen Sektor vorliegen. Trotz der jahrzehntelangen Erfahrung im gemeinsamen Werkunterricht (z.B. Wiener Kooperative Mittelschule) und trotz wiederholter Bitten wurde uns jedoch bis jetzt noch kein einziges „Leuchtturmprojekt“ zur Kenntnis gebracht, das in qualitätsvoller Weise den Anforderungen eines modernen gemeinsamen Textil- und Technikunterrichtes genügt. Hiermit wird die Bitte um Zusendung entsprechender Projekte nochmals wiederholt. Der Förderverein Technische Bildung wird jedenfalls die in seinem Namen erkennbaren Aufgaben mit aller Konsequenz weiter verfolgen. (Halo)

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3. Schülerwettbewerb „jetzt teste ich“

Teilnehmen können alle, die zwischen dem 01.01.1993 und dem 31.12.2000 geboren sind. Weitere Informationen und Anmeldung: www.konsument.at/jetzt-teste-ich Die Anmeldung zum Wettbewerb ist bis zum 1. Februar 2013 möglich. Einsendeschluss ist der 15. März 2013. Kontakt: Andrea Morawetz (Tel. 01 588 77-256, E-Mail: jetzt-teste-ich@konsument.at)

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4. Gedanken zum Lernen

Videostatement von Prof. Dr. Gerald Hüther: Wie Lernen am besten gelingt

Zitat: Kinder bringen von sich aus Begeisterung, Entdeckerfreude, Gestaltungslust mit. Hinweis für die Lehrerausbildung: „Kompetenzen“ reichen nicht, die brauchen Haltung, innere Einstellung…

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=T5zbk7FmY_0

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5. Fundstücke

Die Zahl der über 14-Jährigen Deutschen, die zwischen wöchentlich mehrmals bis seltener als einmal monatlich basteln oder heimwerken, hat sich in den letzten fünf Jahren kaum verändert: Rund 45 Millionen sollen es sein, während die Zahl derer, die niemals zum Hammer greifen, sich von knapp 21 auf 25 Millionen erhöht hat.

Kids learn best when they are creatively engaged.
Kinder als Erfinder http://www.kidsinvent.com/activities.asp und die facebook-Seite dazu: http://www.facebook.com/pages/Kids-Invent/205265259486616

Die OMV über Gender und Technik: http://www.technikqueen.at/frauen-technik/

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6. Vom Selbermachen und Reparieren

If you can not fix it, you don’t own it, lautet das Fixit-Manifesto auf der Webseite, die alle möglichen neuen elektronischen Geräte auf Selbst-Reparierbarkeit untersucht.

Umwelt- und Technik-Schulprofil durch Technisches Werken von außen geprägt: Rainer Hering (59) aus Bochum. Der pensionierte Elektroingenieur startete im Herbst ehrenamtlich eine Technik-AG an einem Bochumer Gymnasium. Statt Schaltkreise und Widerstände auf dem Steckbrett zu verkabeln, will er mit Schülern im Alter von 11 bis 18 Jahren defekte Elektrogeräte wie Bügeleisen und Toaster auseinanderschrauben und reparieren.
http://www.neues-gymnasium-bochum.de/index.php?option=com_content&view=article&id=238:umgehen-mit-ressourcen&catid=4:aktuell

Das können österreichische Werklehrer auch, wenn sie genug Stunden haben. http://werken.eduhi.at/beispiele/bggmuend/zerlegen/zerlegen.html

Was macht man mit einem Stuhl, an dem ein Bein kaputt ist? Mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Mit einem Wollpullover mit Mottenlöchern? Wegwerfen? Denkste! Man geht ins Repair Café, und repariert es einfach wieder! Repair Cafés sind kostenlose Treffen, bei denen die Teilnehmer alleine oder gemeinsam mit anderen Dinge reparieren. www.repaircafe.de oder man bringt´s in den Werkunterricht mit.)

Open-Data-Initiativen zur Öffnung von Konstruktionsdaten, Offene Werkstätten und Repair-Cafés, in denen Instandsetzung erlernt und geübt wird, sind die Antwort auf geplante Obsoleszenz: ein Interview mit dem Leiter des Reparatur- und Servicezentrums RUSZ http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=O2w9wpos_Wo und Weißt Du schon? – Oder träumst Du noch? Der Beitrag von Sepp Eisenriegler gegen geplante Obsoleszenz – Ein Ablaufdatum für Geräte? http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1075503

Onlinemagazin für Nachhaltigkeit und Selbermachen: http://www.factory-magazin.de/

Auch ein Science-Center gibt’s zum Selbermachen:http://www.miniphaenomenta.de/

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7. Fortbildungsveranstaltungen

Diesmal eine Auswahl der Fortbildungsmöglichkeiten, die die ARGE-Leiter Technisches Werken an der AHS (offen für alle Schulformen!) in diesem Schuljahr noch anbieten. Lehrerfortbildungen Sek.1 TEW 2012-13

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8. Aktuelles aus http://tew.schule.at

Viele neue Unterrichtsbeispiele für Technisches Werken: http://www.edugroup.at/praxis/portale/werken-technisch/unterrichts-beispiele.html

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9. Gesucht: TechnikerIn und RedakteurIn für den Newsletter und die Homepage.

Technik: Pflege der Website und des Newsletter- und Adressenarchives ( ca. 1x im Monat, zurzeit in WordPress, Änderung möglich).

Redaktion: Vorbereitung der neuen Newsletterausgabe (2-3 monatliches Erscheinen).

Wenn Sie ein bisschen Zeit für die Mitarbeit haben, melden Sie sich bitte unter office@werken.at.

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10. Unisex ist pfui!

Wie verkrampft das Thema „gemeinsames Werken“ durch die Genderbrille gesehen wird, sieht man an Reaktionen zum Wort „unisex“ im letzten Editorial. Der Satz: „Das neue „Unisex“-Fach Technisches und Textiles Werken an der NMS…“ wurde als „besonders sexistisch“ beanstandet. Wie schaut es mit folgenden Zitaten aus? „UNISEX-Richtlinie: Der europäische Gerichtshof hat entschieden: Ab 21.12.2012 müssen in der Personenversicherung die gleichen Berechnungsgrundlagen für Männer und Frauen gelten! (Uniqa-Newsletter vom 6.11.2012)“,  „Outdoor-Jacke Theta Unisex Jacket 574045 (Didriksons AB Schweden)“, „Fahrradsattel Contec Volare City EL unisex schwarz (Fa. Contec)“……

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11. Unterstützung einer wissenschaftlichen Arbeit zur Unterrichtspraxis Fliegen (in der TEW)

Eine Studentin schreibt eine empirische Diplomarbeit am Mozarteum und bittet dringend um Unterstützung (Ausfüllen ihres Fragebogens). Da ihre Formulierungen nur für  AHS LehrerInnen erstellt wurden, sollen HS und NMS LehrerInnen sich auch mit ihrem Schultyp angesprochen sehen und im letzten Punkt „allfällige Bemerkung“ ihren Schultyp (HS, NMS) angeben.

Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer!

Mein Name ist Christina Heiß. Ich bin Studentin der Lehramtsfächer Werkerziehung und Textiles Gestalten an der Universität Mozarteum Salzburg. Für meine Diplomarbeit zum Thema „Erfindungen der frühen Luftfahrt und deren Potenzial für den Werkunterricht“  habe ich einen Online-Fragebogen ausgearbeitet. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie diesen ausfüllen würden, um mir damit bei meiner Umfrage zu helfen! Zielgruppe dieser Befragung sind LehrerInnen und UnterrichtspraktikantInnen, die in der AHS- Unterstufe und/oder Oberstufe das Fach Werkerziehung unterrichten (+HS, +NMS, d.Red.). Für das Ausfüllen des Fragebogens benötigen Sie ca. 15-20 Minuten Zeit. Ihre Antworten werden anonym behandelt! Bitte beantworten Sie den Fragebogen nach Möglichkeit gleich/ noch heute oder bis spätestens 10. Dezember 2012. Sie erhalten mit dem Ausfüllen des Fragebogens die Möglichkeit, an der Verlosung von 4 Mediamarkt-Gutscheinen im Wert von je 10 € teilzunehmen (pro gezogener Person wird ein Gutschein vergeben). Wenn Sie an der Verlosung teilnehmen möchten, dann schicken Sie bitte per mail an christina.heiss@yahoo.de eine kurze Anfrage. So können Sie benachrichtigt werden, falls Sie gezogen wurden und Ihre e-mail Adresse wird nicht mit dem Fragebogen in Verbindung gebracht! Mit diesem Weblink gelangen Sie zur Befragung: https://de.surveymonkey.com/s/WSN57WW (Kopieren Sie den Weblink in ein neues Fenster und öffnen Sie ihn. Die Befragung startet dann automatisch.) An dieser Stelle bereits vielen Dank für Ihre Mitarbeit! Mit freundlichen Grüßen Christina Heiß .

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Obmann: OStR. Mag. Johannes Lhotka, mobil: +43 664 2300991
Spendenkonto: Förderverein Technische Bildung
Bank-Austria, Bankleitzahl 12000, Kontonummer: 52999 307 406
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